08. Februar 2010

Interview mit Herrn Manfred Czybik

Leiter Automation und Informationstechnik, Interpane Entwicklungs­ und Beratungsgesellschaft mbH & Co KG, Lauenförde

Was war Ihre Erfahrung mit dem Require- ments Engineering?

Das Requirements Engineering ist ein Teil des Software­ und Systementwicklungspro­ zesses. Es dient dazu, die Anforderungen an das zu entwickelnde System möglichst vollständig und korrekt zu ermitteln. Ohne Requirements Engineering erfolgte diese Ermittlung sehr oft nicht richtig bzw. führ ­ te zu falschen Ergebnissen. Dies führte zu erheblichen Problemen oder gar zum Schei­ tern des Softwareprojektes, welches im schlimmsten Falle erst im «Feld», d.h. bei der Inbetriebnahme, bemerkt wurde. Die notwendige Ermittlung der Anfor ­ derungen, Ziele und Wünsche konnten mit Requirements Engineering erfolgreich durchgeführt werden. Fachübergreifende Missverständnisse durch unterschiedliche Sichtweisen der Fachbereiche wurden re­ duziert. So war es möglich, ein grösseres Projekt zeitlich, finanziell und funktional ins Ziel zu führen.

Wie wirkte sich das Vorgehen auf den Projektverlauf aus?

Der Projektverlauf war strukturiert und zu jeder Zeit transparent. Es fand eine genaue und iterative Ermittlung der Wünsche und Anforderungen statt.

Worin sehen Sie Ihren Nutzen von Requirements Engineering?

Führt man Requirements Engineering durch, folgt daraus, dass die Anwender das System akzeptieren, da sie befragt wurden, und die Entwickler das System bauen, das sie aufgrund dieses Wissens entwickelt ha­ben. Die Projektlaufzeit erhöht sich nicht um ein Vielfaches, weil u.a. fehlende Anfor ­ derungsdokumentation die Abstimmungen zwischen unterschiedlichen Abteilungen er ­ schwert. Gleichfalls wird das Projekt erfolgreich ins Ziel geführt, weil das System sich wegen kompletter Anforderungen schnell genug umsetzen lässt.

Wie wurden Sie durch die Strukturierung in UML und dem zentralen Tool unterstützt?

Anforderungen müssen eindeutig, ver ­ ständlich und testbar beschrieben sein. Die Anforderungen derartig zu dokumentieren, ist eine Kunst. Mit UML wurde Transparenz zwischen den Fachbereichen geschaffen, Definition und Abläufe (steuerungstech­ nisch und organisatorisch) wurden klar.

Wo sehen Sie die Grenzen für den Einsatz dieser Vorgehensweise?

Das Requirements Engineering ist abhängig von der Motivation des Kunden, bei der An­ forderungserhebung mitzuwirken, aber das ist wohl bei jeder anderen Methode auch so.

Herr Czybik, wir danken Ihnen für das Ge­ spräch.

Interview mit Herrn Manfred Czybik